Portrait Cornelia Travnicek
Foto: Bogenberger Atorenfotos

Cornelia Travnicek

geboren 1987, lebt in Niederösterreich. Studierte Sinologie und Informatik und arbeitet als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Ihr Romandebüt Chucks (DVA, 2012) wurde 2015 verfilmt (R: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl). 2012 erhielt sie den Publikumspreis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur für einen Auszug aus ihrem Roman Junge Hunde (DVA, 2015). Neben dem Lyrikband Parablüh. Monologe mit Sylvia (Limbus, 2017) und dem Kinderbuch Zwei dabei (Picus, 2019) veröffentlichte sie Texte in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen (Die Zeit, Der Standard, LICHTUNGEN, Manuskripte). Im Frühjahr 2020 ist ihr dritter Roman Feenstaub im Picus Verlag erschienen.

„Ja, das Filmemachen an sich muss dem Schriftsteller, der Schriftstellerin ein wenig suspekt sein. Wir sind uns der Wirkmächtigkeit der bewegten Bilder bewusst. Diese sind mit weniger persönlichem Aufwand (sowohl was die Zeit als auch was die Konzentration angeht) zu konsumieren und sie überlagern oft die angelesenen, beziehungsweise verstellen den lesbaren im schlimmsten Fall von vornherein den Platz in Herz und Hirn unseres Publikums.

Aber umgekehrt, so denke ich mir, muss auch die Schriftstellerei an und für sich dem Filmemacher, der Filmemacherin ein ständig entzündeter Holzsplitter in der Handfläche sein. Er oder sie muss es uns neiden, dass wir gänzlich alleine arbeiten können, dass uns die Produktion nicht mehr als Zeit kostet und die Spezialeffekte gratis sind, und, das Wichtigste: Dass wir die Leserin, den Leser zu Komplizen unserer Literatur machen können – denn man kann Bilder, die im eigenen Kopf entstehen, nicht auf Distanz halten. Vor Bildern, die im eigenen Kopf entstehen, kann man die Augen nicht verschließen.“

Aus: „Der Filmemacher und die Autorin“.
Festrede zur Eröffnung des Festivals „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“, 13.10.2017




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